Was geschah in Bhopal?
In Bhopal lebten zu dem Zeitpunkt der Katastrophe 830.000 Menschen.
Weit über die Hälfte der Bewohner, 550.000 Menschen, waren der
giftgaswolke ausgesetzt.
Das Chemikaliengemisch verbrannte Augen – und Lungengewebe und
zerstörte dann via Blutkreisläufe sämtliche Organe des Körpers.
Union Carbide hat Bhopal längst verlassen. Zurück ließen sie ein
hochgradiges kontaminiertes Fabrikgelände. Die Tonnen von gefährlichen
giften verseuchen das Grundwasser und die Menschen vor Ort haben keine
andere Wahl, als dieses Wasser zu trinken!
Anfänglich hatte Union Carbide versucht das wahre Ausmaß des Schadens
zu verschleiern. Sie behaupteten, das es sich bei dem ausgetretenen
gas um Tränengas handelte, um den haftungsumfang in Grenzen zu halten.
Weil der Konzern auf die industriefreundliche Haltung der indischen
Regierung zählen konnte, verlief das Verfahren schleppend und wenig
effektiv. Fünf Jahre nach der Katastrophe einigten sich die indische
Regierung und Union Carbide außerrechtlich auf eine Schadensersatz
Summe von mickrigen 470 millionen $. Für Verletzungen, an denen die
Menschen ein Leben lang werden leiden müssen, wurden sie mit
lächerlichen 350$ pro Personen entschädigt. Davon sollten sie die
dringend notwendige, lebenslange medizinischer Hilfe bezahlen. Doch
für viele reichte das Geld nicht einmal für das erste Jahr nach der
Katastrophe.
Wäre der Unfall in den USA passiert, hätte die Firma Konkurs anmelden
müssen. 2001 schluckte Dow chemical den Konzern Union Carbide und
wurde damit zum größten chemiemutli der Welt. Dow weigerte sich
allerdings bis heute für die Folgen der Katastrophe in Bhopal zu
haften.
Heute
Umweltverschmutzung
Die Fässer, welche von Union Carbide zurück gelassen wurden,
verseuchen massiv den Boden und das Grundwasser. Union Carbide weiß,
dass das von Chemikalien verseuchte Wasser tödlich ist. Die kommunalen
Tanklager können bei weitem nicht den notwendigen wasserbedarf der
Bevölkerung decken. Zudem gibt es brüchige Rohre, durch die
toxikologische Substanzen in das Wasser gelangen. So sterben seit 25
Jahren noch immer Menschen, unter ihnen auch Babys, die das giftige
mit der Muttermilch aufnehmen.
Gerechtigkeit für Bhopal
Bei der Geschichte von Bhopal geht es um unternehmen, die das double
Standard praktizieren. Das heißt fernab des Herkunftslandes niedrige
Umwelt- und sozial Standards missbrauchen und Umwelt schädigend
produzieren. Es geht um die Firma, die immense Schäden an Menschen und
Umwelt verursachen und sich dann vor ihrer Verantwortung drücken.
Weil eine internationale Regelung von Rechten und Pflichten fehlt,
kommen diese unternehmen oft straffrei davon und die Schäden werden,
wenn überhaupt, mit den Mitteln des Opferlandes behoben.
Heute noch zirkuliert bei mehr als einer halben millionen Menschen das
Gift im Blutkreislauf. Über 150.000 Menschen leiden chronisch unter
gravierenden gesundheitsgründen und nach wie vor werden Kinder mit
Deformationen geboren.
Die Zahl der Opfer steigt jede Woche (ca.3 Menschen), jeden Monat (10
bis 15 Menschen), jedes Jahr (ca.150 Menschen) und das seit 25 Jahren,
doch ein Ende ist nicht in Sicht…
Sambhavna Klinik
Die Sambhavna Klinik wurde 1996 gegründet und finanziert sich aus
Spenden, durch die bis heute 160.000 Menschen behandelt werden
konnten. Auch in Zukunft sollen Opfer weitere Hilfe finden, viele von
ihnen sind Langzeitpatienten. Die rund 30 Angestellten stellen
kostenlose Therapien und Behandlungen zur Verfügung. Auch
traditionelle indische Heilmethoden wie Ayurveda und Yoga, diese
werden, verbunden mit modernsten Medikamenten und Technologien,
angeboten. Aus dem eigenen kräutergarten bezieht die Klinik selbst
angebaute Kräuter, welche für die Medikamente genutzt werden. Dadurch
wird nicht nur Geld eingespart, sondern auch die Gesundheit der
Patienten gefördert. Denn viele herkömmliche Medikamente sind weniger
wirksam als pflanzliche Mittel und noch dazu schlechter verträglich.
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